Theater Hörbranz

Theater Hörbranz

Fata Morgana

Theatergeschichte

Die Leiblachtaler Bevölkerung hatte seit jeher schon Sinn und Begeisterung für das Theaterspiel.

So wurde schon um 1881 in Hörbranz und später auch in Hohenweiler Theater gespielt.
Es waren in jenen Tagen vor allem der Musikverein, der Turnerbund und der Kirchenchor, die um die Jahrhundertwende auch mit Singspielen auf der Bühne zu sehen waren.

Zeichnung des Restes der "Ruggburg" ob Hörbranz, oberhalb der Schlosses Halbenstein. Heute nicht mehr zu sehen.

Als dann das damalige Kronenareal gebaut wurde (heute steht an seiner Stelle das Gasthaus Krone, jetzt K2 und der neue Leiblachtalsaal), wurde die erste Theatergesellschaft in Hörbranz gegründet. Der damalige Friseur Schmid, ein gebürtiger Niederbayer leitete die erste Theatergesellschaft, die vorwiegend bayrische Volksstücke zur Aufführung brachte. Es kam dann der erste Weltkrieg, und um diese Zeit löste sich das Theater aus Mangel an männlichen Spielern auf.
Nach dem Weltkrieg 1921 war es dann die katholische Jungmannschaft, die im Vereinshaus, das kurz vor dem Krieg erbaut worden war, dem Theaterspiel gefrönt hat. Man spielte vor allem Ritterstücke mit lauter männlichen Rollen. Auch die Jungfrauenkongegration spielte Theater, mit lauter Frauenrollen. Scheuklappenpolitik verhinderte damals gemeinsames Spiel, aber schließlich setzte sich die Jugend durch und es durfte wieder gemischt gespielt werden. Von 1938 bis 1945 wurde nicht gespielt.
Schulleiter Köberle gründete 1945 die sogenannte Heimatbühne, die sich dann später zu Gunsten des katholischen Arbeitervereines wieder auflöste. Es bildete sich darauf die Bühnengemeinschaft Kronensaal und spielte dann erstmals 1947 den "Steinmetz von Köln" unter der Leitung von Eduard Grabher. Es wurden später 1951 auch Singspiele aufgeführt, vor allem tat sich hier der Kirchenchor hervor.
Im Jahre 1954 gründete der damalige Leiter des Theaters Eduard Grabher auch den Orchesterverein Hörbranz. Aus Platzmangel und an den umständlichen Raumverhältnissen in Hörbranz konnte die Operette "s Lieserl" leider nicht in Hörbranz gespielt werden, sondern es mußte nach Lochau ausgewichen werden. Schließlich wirkten 40 Personen in diesem Stück mit. Nach fünfjährigem Bestehen mußte leider der Ortsverein Hörbranz aufhören. Zuviele Violinen fielen aus und so war ein Fortbestehen nicht mehr möglich.

Fronleichnamskompanie mit Musik

Mit Ende der 50er Jahre übernahm dann der damalige Landtagsabgeordnete Peter Mossbrugger die Leitung des Theaters und unter seiner Leitung wurden einige hervorragende Stücke wie" Jonny Belinda" aufgeführt. Er mußte aber wegen beruflicher Überlastung die Leitung an Eduard Grabher (Papa Grabher) übergeben.
Als dann Ende der 60er Jahre die Krone abgerissen wurde, hörte das Theaterspielen in Hörbranz auf. Es wurde vereinzelt im Vereinshaus gespielt, aber dieser Saal war unbrauchbar, weil zu klein.
Im neuen Leiblachtalsaal der 1970 erstand wurde ab 1981 (inzwischen sind 10 Jahre vergangen) eine moderne Bühne gebaut, deren endgültige Fertigstellung im Jahre 1982 erfolgte.
Unter der Leitung von Werner Ritschel hat sich nun aus den damaligen Spielern und aus neuen Leuten eine große Theatergruppe gebildet und will die über 100 Jährige Hörbranzer Theatertradition fortsetzen.
1981 erinnert sich Werner Ritschel an Karl Valentin, dessen tiefgründigen Humor er besonders schätzt und formte aus den Stücken "Die Raubritter vor München, und Ritter Unkenstein" das abendfüllenden Ritterspiel "Ritter Unkenstein" oder "Auf der Burg do gibts koa Sünd" das mit Erfolg die neue Zeit grüßte.


Die Darsteller des Stücks "Jedem die Seine", 2012

Heute wird nach großzügigem Umbau in einem modernen Saal hauptsächlich dem Lustspiel und Boulevardtheater gefrönt und immer wieder auch Raimund oder Nestroy gespielt. Seit 2013 werden im Zweijahresrhythmus Kindertheater von Erwachsenen und Kindern für Erwachsene und Kinder gespielt. Bekannt und beliebt ist die gefühlvolle Einbindung von Musik in die Produktionen.